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Unterrock

Das Hauptkleid der Kleinwalsertalerin war und ist der "Onderrock". Früher wurde er vielfach zur Arbeit alleine getragen.
Beim Ausgehen wurde die Juppe darübergezogen.
Der Unterrock ist aus starkem, grünem Baumwoll- oder Wollstoff (ca. 3 m Umfang). Er reicht bis zur Mitte der Waden. Der Saum ist ein 10 bis 12 cm breiter Flanellstreifen mit roten, aufwärts stehenden Zacken und ist mit feinen Stichen verziert. Als Abschluß dient eine grün-rote Schnur.

Der Unterrock wird durch ein kurzes Leibchen gehalten, das knapp unter die Brust der Trägerin reicht. Es ist aus schwarzer Atlasseide. Rückwärts ist auf diesem Leibchen eine, vorne zwei Rosen in farbiger Wolle gestickt. An Hals- und Armlöchern ist der Leib mit rotem Band eingefasst. Vorne auf der rechten Seite mit vier achteckigen silbernen Knöpfen versehen und am grünen Unterrock angenäht. Die Ausschmückung des Unterrock-Leibchens ist ein charakteristisches Merkmal der Tracht.

Juppe

Schön und auffällig ist die ungebrochene Linie der Kleinwalsertaler ?Juppa?. Früher war die Juppe meist 20cm kürzer, als der bis zur Mitte der Waden reichende Unterrock. Die ersten Juppen waren aus ungebleichter, dann aus rostbraun gefärbter Leinwand. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts werden sie mit ?Bresillspee? schwarz gefärbt, waren aber immer aus schwerer glatter Leinwand. Erst nach 1800 wurden die Juppen aus Wolle und Baumwolle gemacht.

Der Schnitt hat sich im Laufe der Jahre auch verändert. Am oberen Teil der Juppe wurden die Falten auf Handbreite genäht, dann kam ein ebenso breiter roter Tuchstreifen und dann erst der schwarze Rand mit den Trägern. Somit wurde der Leib verlängert.

Jetzt reicht die Juppe von den Achseln bis zu den Knöcheln.
Sie ist aus schwerem Baumwollstoff und an zwei schwarzen Samtträgern wird der ca. 5 bis 6 m breite Stoff über der Brust anplissiert, d.h. In Millimeterbreite gefältelt (ca. 1000 Fältchen).

Der Juppenbesatz (Faltensaum) verleiht dem Rock die nötige Schwere. Die Juppe ist vorne fast ganz offen und nur mit ein paar Bändern gebunden. Über der Öffnung wird eine Schürze gebunden.